Die Bedingungen und Notwendigkeiten einer Bewegung ergeben sich aus den bestehenden Verhältnissen und nicht aus der Bewegung heraus. Eine Bewegung ist eine Antwort auf Mißstände, nicht deren Ursache.



Pressemitteilungen DIE LINKE Kreistag Rhein-Kreis Neuss
4. April 2012

DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss: „Betreuungsgeld ist Prämienzahlung für Bildungsabstinenz!“

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle, sehen in dem vorgesehenen Betreuungsgeld eine Herdprämie der Bundesfamilienministerin, die Eltern davon abhalten soll, ihre Kinder in eine Kindertagesstätte zu bringen.

Durch diese Herdprämie soll ein finanzieller Anreiz für Eltern geschaffen werden, um den nicht umgesetzten Rechtsanspruch auf den Platz in einer Kindertagesstätte abzufangen.. „Da nicht ausreichend Kindergarten- und Krippenplätze zur Verfügung stehen, um für 35 Prozent aller Kleinkinder zwischen ein und drei Jahren einen entsprechenden Platz zu bieten, ist das Projekt der Bundesregierung gründlich gescheitert“, erklärt Hans-Wilhelm Grütjen, Vorsitzender der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss. „Vor diesem Hintergrund ist das Betreuungsgeld eine familienpolitische Bankrotterklärung der Bundesregierung und beschwört ein Familienmodell, das definitiv nicht ins 21. Jahrhundert gehört.“ ergänzt Harald Farle.

Das Betreuungsgeld sorgt dafür, dass gerade in strukturschwachen Regionen der Kitaausbau nicht vorangetrieben werden muss und hat weder etwas mit dem Anspruch auf frühkindliche Bildung zu tun, noch ist es familienpolitisch sinnvoll. Es ist ein rückwärtsgewandter Weg in das Familienmodell des 20. Jahrhunderts.Die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss plädiert stattdessen für den zukunftsorientierten Ausbau der öffentlichen Infrastruktur zur Förderung von Kindern, Jugendlichen und Familien.



30. März 2012

LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss: Keine Aufkündigung des Solidarpakts

Zur Diskussion um die Aufkündigung des Solidarpaktes Ost und die Vorstöße einiger der Ruhrgebiets-Oberbürgermeister erklärt DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss: Verursacher der Finanzmisere von NRW-Kommunen sind Bund und Land – nicht der Solidarpakt Ost!

„Die gesamte kommunale Ebene in allen Bundesländern ist strukturell unterfinanziert.“ so Hans-Wilhelm Grütjen, Vorsitzender der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss. „Wir halten gar nichts davon, jetzt einen Ost-West Konflikt künstlich aufzumachen und damit die Kommunen gegeneinander auszuspielen“, ergänzt Harald Farle, Geschäftsführer der Kreistagsgruppe.

Die Ursache der hohen Kassenkredite ist nicht der Solidarpakt Ost. Zehn Jahren nach der Wende lagen die Kassenkredite in NRW 2001 bei nur 3 Milliarden Euro. Bis 2011 waren es 20 Milliarden. Kassenkredite werden auch nicht für spezielle Zwecke wie den Solidarpakt Ost aufgenommen, sondern für die gesamte Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben.

Die Ursache für diese strukturelle Finanzlücke der Kommunen sieht Hans-Wilhelm Grütjen woanders:

„Steuergeschenke an Reiche und Konzerne, Übertragung von Aufgaben an die Kommunen ohne entsprechende Finanzmittel - das war die Politik aller vier Parteien in Bund und Land: CDU/FDP/SPD/Grüne. Die schlimmsten Einnahmeverluste für die Kommunen gab es unter der Regierung Schröder/Fischer. Parallel zu dieser Politik explodierten die Kassenkredite.“

Statt ein rosiges Bild der Ost-Kommunen zu malen, sollten die Ruhrgebietskommunen lieber Druck auf Bund und Land machen, die kommunale Ebene endlich angemessen auszustatten. Harald Farle fordert: „Die NRW-Landesregierung hat sich geweigert, unsere Forderung nach besserer Finanzausstattung der Kommunen umzusetzen. Wir wollten den Anteil  der Kommunen am landesweiten Steuertopf auf 25% anheben. Das Land hatte ihn von früher 28,5% auf 23% abgesenkt. Selbst diesen marginalen Schritt wollten SPD und Grüne nicht tun.“

Zur Forderung des Gelsenkirchener Oberbürgermeisters Frank Baranowski (SPD), die neue Landesregierung müsse eine Bundesratsinitiative zur Abschaffung des Solidarpakts starten, erklärte Hans-Wilhelm Grütjen: „Eine Bundesratsinitiative hat auch die LINKE im letzten Landtag von der alten Landesregierung gefordert, nämlich zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer. Die alte Landesregierung hat das 20 Monate lang nicht gemacht. Die Vermögenssteuer-Einnahmen fließen den Ländern zu, an ihr haben auch die Kommunen Anteil. Mit einer Millionärssteuer von nur 5% könnten jährlich rund 80 Milliarden Euro Mehreinnahmen erzielt werden. Das würde die Finanzlage der Kommunen  erheblich verbessern.“



8. Februar 2012

Nein zur 500-Euro-Erhöhung der Abgeordnetenbezüge!

SPD, CDU und Grüne predigen Wasser und trinken Wein


Trotz wochenlanger Proteste und kritischer Expertenäußerungen hat der Landtag NRW heute mit großer Mehrheit die Erhöhung der Abgeordnetenbezüge um 500 Euro zum 1. März 2012 beschlossen. „Wir LINKEN haben von Anfang an gesagt, dass das mit uns nicht zu machen ist“, erklärt Özlem Alev Demirel, Parlamentarische Geschäftsführerin der Landtagsfraktion DIE LINKE. „Deshalb haben wir LINKEN heute, wie seit langem angekündigt, mit NEIN gestimmt.“

Nicht nur die Fraktion DIE LINKE, auch tausende Bürgerinnen und Bürger haben gegen die unangemessene Anhebung der Abgeordnetenbezüge protestiert. Doch vergeblich – aus dem Rhein-Kreis Neuss stimmten bei der namentlichen Abstimmung die Landtagsabgeordneten von CDU, SPD) und Grüne) mit ja. Insgesamt stimmten 143 Abgeordnete der Erhöhung zu, 32 lehnten sie ab, darunter geschlossen die Fraktionen der FDP und der LINKEN. Enthaltungen gab es keine.

„Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass Abgeordnete in die solidarische gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen sollten“, sagte Demirel. „Die Sonderbehandlung von Abgeordneten, wie sie in der aktuellen Erhöhung zum Ausdruck kam, muss endlich ein Ende haben. Was SPD, Grüne und CDU machen ist Wasser predigen und Wein trinken. Wir hingegen fordern gute Renten für alle.“

Hans-Wilhelm Grütjen, Vorsitzender der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss ergänzt: „In Rhein-Kreis Neuss leben tausende Menschen am Existenzminimum. Viele Rentnerinnen und Rentner, viele Arbeitslose und Hartz IV-Empfängerinnen und –Empfänger müssen im Monat von nur wenig mehr als 500 Euro leben. Dass sich die Abgeordneten des Landtags einfach nur so 500 Euro mehr genehmigen, um noch mehr Pension zu bekommen, finde ich eine schreiende Ungerechtigkeit.“




18. Januar 2012

Denunziation

In dem Artikel "Linke hoffen auf Lafontaine" in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) und in der Rheinischen Post (RP) von Dienstag, dem 17. Januar 2012 nachzulesen unter
www.rp-online.de/politik/deutschland/linke-hofft-auf-lafontaine-1.2675670
schreibt Frau Quadbeck: "Viel Mühe hatte er (Gysi) in der Antisemitismus-Debatte seiner Fraktion. Am Ende waren nicht alle Abgeordneten bereit, dem Antisemitismus abzuschwören."

Die Abgeordneten der LINKEN im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle, sehen in dieser Unterstellung des Antisemitismus eine Denunziation und schlagen dem Landesvorstand NRW und dem Bundesvorstand der Partei DIE LINKE vor, sich mit der Frage an den Presserat zu wenden, ob eine solche Denunziation durch die "Pressefreiheit" abgedeckt ist.

Hier die Antisemitismus-Definition des EUMC:
„Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die man als „Judenhass“ bezeichnen kann. Rhetorische und physische Manifestationen von Antisemitismus sind gegen jüdische oder nichtjüdische Individuen und/oder gegen ihr Eigentum, gegen Institutionen der jüdischen Gemeinden und gegen religiöse Einrichtungen gerichtet. Außerdem können solche Manifestationen gegen den Staat Israel – angesehen als jüdische Gemeinschaft – gerichtet sein.
Antisemitismus klagt Juden häufig der Verschwörung zum Schaden der Menschheit an und wird oft benutzt, um Jüdinnen und Juden dafür verantwortlich zu machen, „wenn etwas falsch läuft“. Er drückt sich in Worten, in schriftlicher und visueller Form und in Taten aus und verwendet dazu unheilvolle Stereotypen und negative Charakterzüge."


14. November 2011

„Stärkungspaktgesetz“ schwächt die Gemeinden

Zur Anhörung im Landtag zum Thema Konsolidierungshilfen für überschuldete Städte (Stärkungspaktgesetz) am 11.11.2011 erklärt die parlamentarische Geschäftsführerin und kommunalpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE, Özlem Demirel:

„Anstatt die den Kommunen die seit Jahren durch Bund und Land vorenthaltenen Haushaltsmittel endlich nachzuzahlen und die Einnahmen der Kommunen dauerhaft zu erhöhen, werden die sogenannten Konsolidierungshilfen an untragbare Bedingungen und Auflagen geknüpft. Unsere Fraktion im Landtag wird das Gesetz daher klar ablehnen. Wir stehen für die Erhöhung der Einnahmen der Kommunen anstelle einer Kürzungspolitik auf Kosten der Gemeinden und ihrer Bürger. Wir fordern eine echte Entschuldung, die den Namen verdient.“

Dazu stellen die Kreistagsabgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle, fest: „Wenn das Gesetz durchkommt, bedeutet das für die betroffenen Kommunen das Streichen aller freiwilligen Leistungen, wie z.B. Bibliotheken, Schwimmbäder und Jugend- und Kultureinrichtungen. Selbst betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen. Die Lebensstandards, der Service und die öffentliche Daseinsvorsorge verschlechtern sich dadurch weiter erheblich. Das Stärkungspaktgesetz schwächt die Kommunen und bedeutet faktisch die Abschaffung der kommunalen Selbstverwaltung, also die Aushebelung der in Artikel 78 der Landesverfassung gerantierten Selbstverwaltungsgarantie der Kommunen. Bund und Land sind in der Pflicht den Kommunen zu helfen, statt vergiftete Hilfen anzubieten.“



31. Oktober 2011

Wahl in den HVD-Landesvorstand

Hans-Wilhelm Grütjen

Am 26. Oktober 2011 wurde der Kreistagsabgeordnete der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans Wilhelm Grütjen, als Vertreter der Einzelmitglieder des Regierungsbezirks Düsseldorf in den Landesvorstand NRW des Humanistischen Verbandes gewählt. Die Wahl erfolgte einstimmig. Der Humanistische Verband NRW ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR), die sich als Weltanschauungsgemeinschaft versteht, in der sich konfessionslose Bürgerinnen und Bürger (Nichtreligiöse, Freidenker, Atheisten, Agnostiker u.a.) zusammengeschlossen haben. Die Humanisten im Humanistischen Verband bringen sich unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Hautfarbe und politischer Überzeugung mit ihrem breit gefächerten Wissens- und Erfahrungspotential auf vielen Gebieten ein, die soziale, kulturelle, bildungs- und gesellschaftspolitische Bereiche umfassen, um hier bei und Problemen und Fragen unterstützend zur Seite zu stehen.

Das besondere Anliegen von Hans-Wilhelm Grütjen als Vertreter der Einzelmitglieder ist es, die Einzelmitglieder noch mehr in das Verbandsgeschehen einzubinden.





11. August 2011

Linke gegen Schließung von Jobcentern

Mit Unverständnis nehmen die Kreistagsabgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, den Beschluss der Trägerversammlung des Jobcenters zur Kenntnis, mehrere dezentrale Standorte in kreisangehörigen Kommunen zu schließen und die Außenstellen in den großen Städten Neuss, Grevenbroich und Dormagen zu zentralisieren. Mit dieser Entscheidung bestätigt sich die Befürchtung der Kreistagsabgeordneten der Linken, dass sich nach Ablehnung des Antrags auf Optionskommune die nun verantwortliche Bundesagentur für Arbeit aus der bislang flächendeckenden Betreuung und Beratung der Langzeitarbeitslosen im Rhein-Kreis Neuss zurückzieht und damit ihr Serviceangebot zu Lasten der Betroffenen aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen zurückfährt. Auch Bernd Makowiack, Ratsmitglied der Linken in der Stadt Korschenbroich, sieht diesen Rückzug aus der Fläche und die Zentralisierung mit Skepsis: „Bislang war das Beratungsangebot in allen kreisangehörigen Kommunen gegeben. Die Konzentration der Außenstellen in den großen Kommunen führt zwangsläufig zu mehr zentraler Verwaltung und zu weniger individueller Betreuung der Betroffenen.“



 

25. Juli 2011

Kritik an der KiBiz-Reform bleibt

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wihelm Grütjen und Harald Farle begrüßen die Entscheidung der Fraktion DIE LINKE im im Landtag NRW, durch ihre Zustimmung zum durch die Minderheitsregierung SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegten 1. KiBiz-Änderungsgesetzes gegen den Willen von CDU und FDP den Einstieg in Personalverbesserungen und in die Beitragsfreiheit im Kindergartenbereich ermöglicht zu haben. Sie sehen hierin einen wichtigen, aber noch zu zaghaften Schritt in die richtige Richtung.

Kritisch sehen die Kreistagsabgeordneten, dass SPD und Bündnis 90/Die Grünen weitere Anträge der Fraktion DIE LINKE zur Finanzierung von Hauswirtschaftskräften und weiteren Entlastungen abgelehnt haben. Vor dem Hintergrund, dass noch vor Wochen innerhalb weniger Tage eine Milliarde Euro zur Abwicklung der WestLB bereitgestellt wurden, für die Interessen von Kindern und Beschäftigten dieses Geld aber nicht verfügbar ist, kann die Ablehnung dieser Forderung durch SPD und Bündnis 90/Die Grünen nicht nachvollzogen werden.

Die Kreistagsabgeordneten begrüßen, dass DIE LINKE im Landtag mit ihrem Antrag „Gute Bildung, Erziehung und Betreuung im Elementarbereich geht nur ganz anders!“ weitere Reforminitiativen anstößt und im Interesse der Kinder, Eltern und Beschäftigten weiter Druck auf die Regierung ausübt, mit dem Ziel, das KiBiz abzuschaffen, denn das Kindeswohl ist wichtiger als die Sanierung von Banken oder die Senkung der Neuverschuldung!

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wihelm Grütjen und Harald Farle begrüßen die Entscheidung der Fraktion DIE LINKE im im Landtag NRW, durch ihre Zustimmung zum durch die Minderheitsregierung SPD und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegten 1. KiBiz-Änderungsgesetzes gegen den Willen von CDU und FDP den Einstieg in Personalverbesserungen und in die Beitragsfreiheit im Kindergartenbereich ermöglicht zu haben. Sie sehen hierin einen wichtigen, aber noch zu zaghaften Schritt in die richtige Richtung.

Kritisch sehen die Kreistagsabgeordneten, dass SPD und Bündnis 90/Die Grünen weitere Anträge der Fraktion DIE LINKE zur Finanzierung von Hauswirtschaftskräften und weiteren Entlastungen abgelehnt haben. Vor dem Hintergrund, dass noch vor Wochen innerhalb weniger Tage eine Milliarde Euro zur Abwicklung der WestLB bereitgestellt wurden, für die Interessen von Kindern und Beschäftigten dieses Geld aber nicht verfügbar ist, kann die Ablehnung dieser Forderung durch SPD und Bündnis 90/Die Grünen nicht nachvollzogen werden.

Die Kreistagsabgeordneten begrüßen, dass DIE LINKE im Landtag mit ihrem Antrag „Gute Bildung, Erziehung und Betreuung im Elementarbereich geht nur ganz anders!“ weitere Reforminitiativen anstößt und im Interesse der Kinder, Eltern und Beschäftigten weiter Druck auf die Regierung ausübt, mit dem Ziel, das KiBiz abzuschaffen, denn das Kindeswohl ist wichtiger als die Sanierung von Banken oder die Senkung der Neuverschuldung!



29. Juni 2011

Linke gegen Bau der Kreisstraße K9n in Meerbusch

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle unterstützen die Entscheidung der Meerbuscher Ortsgruppe der Linken, die sich nun unter Federführung ihres Ortsvorsitzenden Heiner Bäther gegen den Bau der K9n in Meerbusch ausgesprochen hat. Über unzumutbar zunehmende Verkehrsbelastungen der Anwohner in den Ortsteilen Bovert und Strümp hinaus hätte der Bau der K9n durch die 126 Hektar große Fläche zwischen beiden Ortsteilen nicht akzeptable Beeinträchtigungen des Lebensraums der auf dieser Fläche lebenden streng geschützten Vogelarten (Schleiereule, Rotmilan, Mäusebussard) und mehrerer auf der Roten Liste stehender Vogelarten zur Folge. Die Kreistagsabgeordneten sehen in den von den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern angedachten gerichtlichen Schritten und dem ins Auge gefaßten Bürgerbegehren den derzeit noch einzigen Weg, die durch die Allianz aus CDU/Grüne sowie SPD im Meerbuscher Stadtrat durchgeboxte K9n zu verhindern.



 

22. Mai 2011

LINKE im Kreistag gegen Gülle aus Holland

Die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss begrüßt die Entscheidung von Minister Remmel, den Gülleimport aus Holland zu stoppen. Besonders betroffen von dieser mit Hormonen und Tiermedikamenten durchseuchten Gülle ist der Rhein-Kreis Neuss, in dessen Gebiet jährlich über 121.000 Tonnen eingebracht werden und die eine Gefahr für das Grundwasser (steigender Nitritgehalt) darstellen.



19. Mai 2011

Linke im Kreistag: Die L 361 muss verhindert werden !

Durch die aktuelle vom Landesbetrieb Straßenbau herausgegebene Umweltanalyse zur Landstraße L361n sieht sich die Kreistagsgruppe der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss in ihrer ablehnenden Haltung zur geplanten Trasse der L361n durch die Erftaue bestätigt. Laut der Umweltanalyse wurden zwei Jungtiere des Kammmolch in einem alten Erftarm entdeckt, einer Ampibie, die nicht nur einen bundes-, sondern auch einen europaweiten Schutz genießt. Es ist verboten, Kammmolche in ihren Lebensräumen zu stören. Damit würde durch die L 361 n mitten durch die Erftaue ein Naturschutzgebiet mit unwiederbringlichen Folgen nicht nur für die bislang bekannte Tier- und Pflanzenwelt zerstört, sondern auch der Lebensraum des Kammmolch. Durch den Nachweis dieser Art wird unwiderlegbar, dass eine umweltverträgliche Trasse durch die Erftaue nicht möglich ist.



12. April 2011

Kreistagsgruppe DIE LINKE: Sozialberatung

Auf Initiative der Kreistagsabgeordneten der LINKEN im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grüten und Harald Farle, hat sich innerhalb der Kreistagsgruppe eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die künftig eine Allgemeine Sozialberatung (ASb) anbieten wird. Diese Beratung umfasst ein Beratungsangebot für Einzelne, Alleinerziehende und Familien mit Problemstellungen, die sich aus den Hartz-Gesetzen ergeben. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus sieben Personen, die sich jeweils schwerpunktmäßig in einzelne Bereiche der Problematik Hartz-IV-Problematik einarbeiten, um so gezielt Hilfestellung geben zu können. Für den organisatorischen Aufbau der Arbeitsgemeinschaft verantwortlich zeichnet der Kreisvorsitzende der LINKEN im RKN, Oliver Reising, für die interne Fortbildung der Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zuständig ist das Vorstandsmitglied Wilhelm Hamacher. In die Arbeitsgemeinschaft ist auch ein Diplom-Jurist eingebunden - die Beratung ist jedoch keine anwaltersetzende Rechtsberatung und damit keine juristische Beratung – sie versteht sich vielmehr als erste Hilfestellung in den genannten Problemlagen. Die Beratung erfolgt kostenlos, vertraulich und ggf. anonym. Termine können vereinbart werden bei den Kreistagsabgeordneten Hans-Wilhelm Grütjen (02137-7960848) und Harald Farle (02137-7960848) Montag bis Donnerstag zwischen 11.00 Uhr und 16.00 Uhr.



30. Januar 2011

Keine Gettoisierung von Hartz-IV-Empfängern

Geht es nach dem für den Rhein-Kreis Neuss erstellten Gutachten zum „grundsicherungsrelevanten Mietspiegel“, werden Hartz-IV-Empfänger künftig weitgehend nur noch Mieten erstattet, die unter den gegenwärtigen Bestandsmieten liegen. Der Hintergrund: In der Mietwerterhebung für den Rhein-Kreis Neuss wurden nur Mietobjekte mit einer Wohnfläche von mehr als 35 qm berücksichtigt. Dies geschah mit der Begründung, dass Wohnungen mit geringerer Wohnfläche als nicht wohnenswert erachtet werden. Diese Einschätzung teilt auch DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss.

Jedoch gibt es auch etliche Mietobjekte mit kleinerer Wohnfläche, die von Leistungsempfängern bewohnt sind. Bekanntlich sind jedoch gerade kleinere Objekte bezogen auf den Quadratmeterpreis teurer als Unterkünfte mit mehr Wohnfläche.

Die aktuell vorliegende Erhebung führt somit zwangsläufig zu einem reduzierten Quadratmeterpreis.

Die Wohnungsmarkttypisierung der aktuellen Mietwerterhebung ergibt, dass Neuss, Korschenbroich, Kaarst, Grevenbroich und Dormagen über einen identischen Mietspiegel verfügen. Die Realität sieht bekanntlich anders aus. Eine Einstufung nach dem vorliegenden Modell führt zwangsläufig zu einer Abwanderung der Leistungsbezieher aus den Regionen mit höherer Mietpreisstruktur. Eine Gettoisierung wäre die Folge.

Die Regionen mit preiswerterem Wohnraum verfügen meist nicht über eine gute Infrastruktur mit ausreichender Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Dies reduziert mangels Mobilität der Betroffenen zwangsläufig auch die Chancen wieder in Beschäftigung zu kommen.

Insofern sehen die Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss die Notwendigkeit auch Mietobjekte mit einer Wohnfläche von unter 35 qm in der Mietwerterhebung zu berücksichtigen. Einen entsprechenden Antrag haben die Linken in die kommende Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses eingebracht.



13. Januar 2011

Kommunaler Finanzausgleich - Finanzmittel erhöhen statt spalten

Zum Jahreswechsel legte die Landesregierung den Entwurf des Gemeindefinanzierungsgesetzes 2011 (GFG 2011) vor, und übermittelte den Gemeinden, Städten und Kreisen die erste Modellrechnung des Innenministeriums für die zu erwartenden Landeszuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleich für das Haushaltsjahr 2011. Für eine ganze Reihe von kreisangehörigen Kommunen, auch im Rhein Kreis Neuss, werden die geplanten Zuweisungen,sollte das GFG 2011 in der vorgelegten Form durch den Landtag verabschiedet werden, deutlich geringer ausfallen als bisher.

Für die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle spricht grundsätzlich nichts gegen einen kommunalen Finanzausgleich, soweit er dem Ziel dient, für möglichst gleiche Lebensverhältnisse und gleichermaßen auskömmliche Angebote öffentlicher Daseinsvorsorge in allen Kommunen zu sorgen, egal ob kleine oder große Gemeinden, ländliche Flächenkreise oder städtische Zentren und damit zu einer möglichst gerechten Verteilung der Finanzausgleichsmasse im kommunalen Bereich beiträgt.

Insofern ist zum Beispiel die verstärkte Berücksichtigung der Anzahl von SGB-Bedarfsgemeinschaften in einer Kommune sinnvoll, da dadurch Kommunen mit hoher Arbeitslosigkeit höhere Zuweisungen erhalten. Im Entwurf des GFG 2011 sind Bedarfsgemeinschaften nunmehr mit dem Faktor 9,6 statt bisher 3,9 gewichtet. Kritisch sehen die Kreistagsabgeordneten, dass seine verstärkte Berücksichtigung von integrativer oder ganztäglicher SchülerInnenbetreuung im Schüleransatz in diesem Entwurf nicht erfolgt ist.

Problematisch sehen sie folgende Grundaussage im Entwurf des GFG 2011: „Finanzielle Auswirkungen auf den Landeshaushalt ergeben sich infolge der Grunddatenanpassung nicht. Die Aktualisierung der Grunddaten wirkt sich damit ausschließlich auf die interkommunale Verteilung der Finanzausgleichsmittel aus.“ Damit werden die zu knappen kommunalen Zuweisungen lediglich unter den Kommunen umverteilt, der Behebung der vollkommen unzureichenden finanziellen Ausstattung der Kommunen wird das GFG 2011 nicht gerecht. Im Gegenteil: das strukturelle Defizit der Kommunen, verursacht in erster Linie durch Einnahmeverluste und Ausgabensteigerungen, die auf bundes- und landespolitische Entscheidungen und Maßnahmen zurückzuführen sind, wird verfestigt.

Vor dem Hintergrund der katastrophalen Finanzlage aller Gemeinden ist es für die LINKE grundsätzlich nicht akzeptabel, wenn ein Teil der Kommunen weniger Landeszuweisungen erhält, weil man sie auf Grundlage der neuen Daten und Bewertungen relativ „reicher“ gerechnet hat als andere. Besondere Belastungen von Kommunen müssen durch zusätzliche Mittel ausgeglichen werden, nicht durch Kürzungen bei anderen Kommunen.

Die Landtagsfraktion DIE LINKE hatte bereits für den Nachtragshaushalt 2010 gefordert, den gemeindlichen Anteil an der zu verteilenden Steuerverbundmasse, den sog. Verbundsatz, zumindest um einen Prozentpunkt von derzeit 23 % auf 24 % anzuheben. Dies hätte die zu verteilende Finanzmasse um rund 350 Millionen € erhöht. Dieser Antrag wurde jedoch von allen anderen Parteien im Landtag abgelehnt. Die Verbundquote betrug übrigens im Jahr 1981 noch 28,5 % und wurde schrittweise auf derzeit 23 % abgesenkt. Die Abgeordneten der LINKEN im Kreistag Rhein-Kreis Neuss begrüßen die Absicht der Landtagsfraktion, wird im Rahmen der Haushaltsberatungen im Landtag NRW erneut eine Erhöhung des Verbundsatzes im GFG 2011 zu fordern und dafür einzutreten, dass keine Gemeinde schlechter gestellt wird und weniger erhält als bisher.

Nur wenn die zu verteilende Finanzmasse erhöht wird, kann der kommunale Finanzausgleich so gestaltet und berechnet werden, dass keine Gemeinde schlechter gestellt wird, aber dennoch besondere Belastungen und sinnvolle Aktualisierungen bei den Gewichtungen berücksichtigt werden können.



18. November 2010

Stolpersteinverlegung setzt wichtiges Zeichen

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen begrüßen, dass sich der Kreiskulturausschuss intensiv mit der Verlegung eines Stolperstens in Dormagen für Ernst Junghans auseinandergesetzt hat. Zum historischen Hintergrund:

Zwei Tage nach Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler kam es in Dormagen zu einer Schießerei zwischen Mitgliedern der KPD, darunter Ernst Junghans, und Mitgliedern von SA und SS, in deren Verlauf Ernst Junghans an einem Unterleibsschuss starb.

Bezugnehmend auf die Bedenken gegen die Verlegung des Gedenksteins, die auf der Argumentation fußen, Ernst Junghans sei „gestorben, noch bevor die nationalsozialistische Verfolgung der KPD begonnen hat“ und er sei damit kein Wiederstandskämpfer gewesen, verwies Manfred Idler, sachkundiger Bürger der Linken im Kreiskulturausschuss auf die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker auf der Gedenkveranstaltung zum 40 Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges: Weizäcker führte damals aus, dass wir als Deutsche das Andenken des Widerstandes ehren sollen und dieser nicht teilbar ist. Darunter falle auch der Widerstand der Kommunisten. Auch könne der antinationalsozialistische Widerstand nicht erst zu einem bestimmten Datum eintreten.

Zwar wurde aus formalen Gründen kein Beschluss im Kreiskulturausschuss gefaßt, die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss werten jedoch die ernsthafte Befassung des Ausschusses und die zwischenzeitlich seitens der Stadt Dormagen zugesagte Verlegung des Stolpersteins als wichtiges Zeichen.



4. November 2010

Kürzungsplan der Bundesregierung, Exklusion statt Inklusion

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss sehen in dem Kürzungsplan der Bundesregierung, nach dem es zu einer drastischen Verringerung der Ausgaben im sozialen Bereich kommen soll und demzufolge offenbar auch der Rechtsanspruch behinderter Arbeitsloser auf eine Wiedereingliederung abgeschafft werden soll, durchschlagend negative Konsequenzen auch für die Kreisebene.

Arbeitslose Menschen mit Behinderung hatten bislang einen Rechtanspruch auf finanzielle Hilfe, um Schulabschlüsse oder Ausbildungen nachzuholen. Außerdem mussten Kosten für die Arbeit in Werkstätten oder auch Verpflegung und Unterkunft bei der Unterbringung in behindertengerechten, berufsausbildenden Einrichtungen gezahlt werden. Überdies gab es einen Eingliederungszuschuss von bis zu 70% des Arbeitsentgelts als Hilfe zur Eingliederung in das Arbeitsleben. Allein in den ersten beiden Monaten diesen Jahres nahmen von 167.379 arbeitslosen Menschen mit Behinderungen fast 120 000 Pflichtleistungen der beruflichen Rehabilitation in Anspruch. (Quelle: BA) Das verdeutlicht den enormen Stellenwert dieser Maßnahmen. All das soll jetzt in den „Ermessensspielraum“ der Jobvermittler fallen. Der aber wird durch Kostensenkungsvorgaben der Arbeitsverwaltung eingeschränkt.

Beinahe zeitgleich mit Bekanntgabe der Sparpläne hat die Regierungskoalition im Bundesausschuss für Arbeit und Soziales gegen den Antrag der LINKEN gestimmt, einen Aktionsplan zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderung vorzulegen. Fast eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Übereinkommens in Deutschland lässt der politische Wille zu seiner Umsetzung zu wünschen übrig.

Dazu erklärt Hans-Wilhelm Grütjen, Vorsitzender der Gruppe DIE LINKE. Im Kreistag Rhein-Kreis Neuss: „Die durch die Bundesregierung geplanten Kürzungen laufen auf eine weitere Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen hinaus. Und das zu einem Zeitpunk, zu dem in Deutschland endlich die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft getreten ist, die dieser Exklusion entgegenwirken soll.“ Ergänzend dazu Kreistagsabgeordneter Harald Farle: „Gegenwärtig wird in den Kreisen und Kommunen das Thema der Inklusion, also der Umsetzung der UN-Konvention beraten, auch im Rhein-Kreis Neuss ist dies ein zentrales Thema, mit ihren Beschlüssen torpediert die Bundesregierung die Bemühungen der kommunalen Ebene zur Umsetzung der UN-Konvention und verursacht damit eine deutliche Verschlechterung der Lebensbedingungen der betroffenen Menschen.“

Darüber hinaus müssen die massiven finanziellen Folgen der Kürzungen von anderen Stellen aufgefangen werden, die Bundesregierung verlagert damit die Kosten auf die Landschaftsverbände und die schon seit Jahren finanziell ausgebluteten Kommunen.



21. Oktober 2010

AK-Schule gegründet

In der Partei DIE LINKE im Rhein-Kreis Neuss hat sich ein Arbeitskreis Schule gegründet. Gründungsmitglieder waren der Kreisvorsitzende Oliver Reising, der Kaarster Stadtverbandsvorsitzende Eckart Rosemann, die Kreistagsabgeordneten Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle sowie Reina Hausmann, parteilose sachkundige Bürgerin im Kreisschulausschuss.

Eckpunkte der Aktivitäten des Arbeitskreis sollen sein: Informations- und Erfahrungsaustausch über schulpolitische Probleme im Rhein-Kreis Neuss, Erarbeitung von Positionen zur Schulpolitik für die Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss sowie auf Kreisebene. Darüber hinaus angestrebt wird die Koordination der Schulpolitik der Linken für die Stadträte und den Kreistag.

Der Arbeiskreis versteht sich als offenes Gremium, in dem alle mitarbeiten können, die sich für die Schulpolitik im Rhein-Kreis Neuss interessieren. Eine Mitgliedschaft in der Partei DIE LINKE ist ausdrücklich nicht die Voraussetzung für die Mitarbeit. Angestrebt wird, dass Mitglieder/Einwohner aus jeder kreisangehörigen Kommune des Rhein-Kreises Neuss in den Arbeitskreis eingebunden sind.

Die Treffen des Arbeitskreises finden vierteljährlich statt. Vorläufig übernimmt Eckart Rosemann (02131 514753) die Leitung. Ein dreiköpfiges Leitungsteam wird angestrebt.

Auf dem kommenden Termin nächster Termin am Freitag, dem 17. Dezember 2010, sind folgende Themen vorgesehen: Berichte aus den Ortsverbände sowie ein Referat zur Position der GEW zur dritten Gesamtschule in Neuss. Kontakt: Eckart Rosemann, Tel.: 02131 514753, Handy: 0172 56 29 738



14. Oktober 2010

LINKE im Kreistag für Wiedereinführung der Jagdsteuer

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen die Pläne der Landesregierung zur Wiedereinführung der Jagdsteuer. Zum Hintergrund: Die Regierung Rüttgers wollte die Jagdsteuer, die den Kreisen zufließt und für die Kreise die einzige Steuereinnahme darstellt, bis zum Jahr 2013 schrittweise abschaffen. Die Kreistagsabgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss plädierten bei der entsprechenden Diskussion im Kreistag gegen die Abschaffung der Jagdsteuer und sehen ihre Meinung durch die Entscheidung der gegenwärtigen Landesregierung auf Wiedereinführung der Jagdsteuer bestätigt.



21. September 2010

Beteiligung der Kommunen an den Einheitslasten – fragwürdige Berechnungsmethode

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle, begrüßen die einstimmige Entscheidung des Rates der Stadt Grevenbroich, sich an einer Verfassungsbeschwerde des Städte- und Gemeindebundes gegen das Anfang 2010 in Kraft getretene Einheitslastenabrechnungsgesetz NRW („Gesetz zur Abrechnung der Finanzierungsbeteiligung der Gemeinden und Gemeindeverbände an den finanziellen Belastungen des Landes Nordrhein-Westfalen in Folge der Deutschen Einheit“) zu beteiligen.

Zum Hintergrund: 1992 bis 2005 wurde der Solidarbeitrag nach dem Solidarbeitraggesetzes (SBG NRW) ermittelt - in einer ersten Stufe zwischen dem Land und den Gemeinden aufgeteilt (vertikale Komponente), in einer 2. Stufe zwischen den Gemeinden aufgeteilt (horizontale Komponente). Zum 1.1.2006 schaffte das Land dieses Gesetz ab und regelte den Sachverhalt im Gemein-definanzierungsgesetz (GFG NRW) durch einen pauschalen Ausgleich. 2007 stellte der Verfassungsgerichtshof NRW fest, dass die kommunale Finanzierungsbeteiligung an den Lasten der Deutschen Einheit die bundesrechtlich vorgegebene Obergrenze von rund 40 Prozent des Landessolidarbeitrags nicht überschreiten darf und forderte NRW auf, die kommunale Überzahlung aus dem Haushaltsjahr 2006 spätestens im Haushaltsjahr 2008 auszugleichen. Dieser Forderung kam das Land nach.

Während die endgültige Berechnung für das Jahr 2006 noch die tatsächlichen Zahllasten des Landes im Länderfinanzausgleich zugrundelegt, wird für die Jahre 2007 bis 2019 eine neue Abrechnungssystematik eingeführt. Diese stützt sich im Wesentlichen auf das vom Land in Auftrag gegebene „Lenk-Gutachten“ und steht in vielerlei Hinsicht im Widerspruch zum auf Veranlassung der Kommunalen Spitzenverbände (KSV) erstellten „Färber-Gutachten“

Der Hauptkritikpunkt am Einheitslastenabrechnungsgesetz ist aus Sicht der Kommunen die aus dem Lenk-Gutachten abgeleitete, bis 2019 fortdauernde (unterstellte) Einheitslast des Landes infolge der Einbeziehung der neuen Länder in den Länderfinanzausgleich. In der Konsequenz führen die unterschiedlichen Berechnungsmethoden zu millionenschweren Abweichungen: während die KSV für die Jahre 2007 und 2008 von einer Überzahlung durch die Kommunen i. H. v. rund 700 Mio. EUR ausgehen, erkennt das Land lediglich 218 Mio. EUR an. In den Folgejahren unterstellt das Land sogar Unterzahlungen, die in der Konsequenz durch Zahlungen der Kommunen auszugleichen wären.

Aus Sicht des Städtetages NRW führt die neue Berechnungsmethodik zu einer erheblichen Überzeichnung der Einheitslasten, nimmt keine Rücksicht auf die tatsächlichen Zahllasten im Länderfinanzausgleich, steht darüber hinaus im Widerspruch zu den Aussagen des Verfassungsgerichtshofs und ist angesichts der ohnehin prekären Haushaltssituation eines Großteils der nordrhein-westfälischen Kommunen und der drohenden bilanziellen Überschuldung zahlreicher Städte nicht hinnehmbar. Städtetag, Städte- und Gemeindebund sowie Landkreistag sind in der Beurteilung der Sachlage völlig einig und raten zu einem Klageverfahren vor dem Verfassungsgericht.

Die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss teilt diese Einschätzung. Darüber hinaus sehen wir in dem Einheitslastenabrechnungsgesetz einen weiteren Schritt des Landes, die Landesfinanzen unmittelbar auf Kosten der Städte und Gemeinden zu entlasten und damit mittelbar auch die Kreisebene finanziell zu belasten.



2. September 2010

DIE LINKE im Kreistag: Kommunen entschulden

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen die Bemühungen der neuen Landesregierung, die finanzielle Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit der Kommunen zu fördern.

Sie teilen auch die Sorgen der Landesregierung über die aktuelle Diskussionen bzgl. der Abschaffung der Gewerbesteuer, da es zur Gewerbesteuer als zentrale Einnahme- und Finanzierungsquelle für die Kommunen derzeit keine adäquaten Alternativen gibt. Insofern ist die Gewerbesteuer zur Verbesserung der kommunalen Haushaltssituation in den Augen der Kreistagsabgeordneten Farle / Grütjen weiterzuentwickeln und auszubauen. Insbesondere durch Einbezug freier Berufe in die Gewerbesteuerpflicht, z. B. Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmensberater......

Es darf nicht weiter hingenommen werden, dass diese hoch dotierten Einkommensgruppen keine Gewerbesteuer zahlen und damit über die Gewerbesteuer nicht zur Finanzierung der Kommune beitragen, in der sie leben / praktizieren.

Die schwierige kommunale Finanzsituation ist auf wegbrechende Steuereinnahmen und steigende Kosten für die Kommunen zurückzuführen, verursacht durch Beschlüsse auf Landes- und Bundesebene. Die Schuld der kommunalen Finanzprobleme liegt nicht bei den Kommunen, sie hat ihre Ursache in der verfehlten Politik von Land und Bund.

DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss begrüßt ausdrücklich die seitens der Minderheitsregierung NRW angedachten Entschuldungshilfen für die Kommunen im Rahmen einer angedachten Größenordnung von 300 bis 400 Millionen Euro, sie gibt aber auch zu bedenken, das dies bei dem gegenwärtigen Stand der Finanzkrise der Kommunen nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ ist.

Strukturelle Finanzierungsprobleme der Kommunen werden damit nicht gelöst.

DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss fordert, dass die Kommunen umfassend entschuldet werden, da sie die notwendigen Aufgaben erfüllen müssen, die ihnen von Land und Bund übertragen wurden. Eines der größten Probleme der Kommunen ist, dass das Konnexitätsprinzip nicht eingehalten wird: Land und Bund übertragen den Kommunen immer mehr (kostenintensive) Aufgaben, entsprechende finanzielle Ressourcen werden von Land und Bund den Kommunen nicht bereitgestellt.


21. August 2010

LINKE im Kreistag gegen „Lohnsubvention“

Duchschnittlich 1,3 Millionen Berufstätige waren im vergangenen Jahr zusätzlich zu ihrem Lohn auf Arbeitslosengeld II angewiesen und damit in einem prekären Beschäftigungsverhältnis, dessen Entlohnung nicht für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien ausreichte.

Diese „Lohnsubvention“, die in Wirklichkeit eine Gewinnsubvention für Unternehmen ist, die Mitarbeiter in prekären, unterbezahlten Jobs beschäftigen, kostete den Bundeshaushalt allein im vergangenen Jahr rund 11 Milliarden Euro, in den vergangenen vier Jahren summierte sich diese Arbeitgebersubvention auf 50 Milliarden Euro.

Diese Situation resultiert einerseits aus dem unzureichenden Angebot an sozialversicherungspflichtigen Stellen durch die Arbeitgeber, aber auch aus dem Vermittlungsverhalten der Arbeitsagenturen.

Die Daten für den Rhein-Kreis Neuss laut Bericht der ARGE Rhein-Kreis Neuss aus Dezember 2009: „Den Arbeitssuchenden und Arbeitslosen im Rhein-Kreis Neuss stehen derzeit 1238 der Arbeitsagentur gemeldete offene Stellen gegenüber. Etwa 62 % dieser Stellen sind sozialversicherungspflichtig“. Der Bericht weist aus, dass von den im Jahr 2009 bis August durch die Arge vermittelten 2.641 erwerbsfähigen Hilfsbedürftigen 16,5 Prozent auf Leistungen nach dem SGB-II angewiesen sind.

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen erwarten, dass sich diese Vermittlungspraxis durch die Realisierung der Bestrebungen, den Rhein-Kreis Neuss als Optionskommune auszuweisen, zugunsten der Vermittelten ändert und keine Vermittlungen in Stellen mehr stattfinden werden, in denen die Vermittelten als „Aufstocker“ weiterhin auf HARTZ-IV angewiesen sind.

Laut der aktuellen Finanzplan der Bundesregierung wachsen die Vermögen der Deutschen in den kommenden vier Jahren zweimal so schnell wie die Löhne. Dem Finanzplan zufolge steigen die Entgelte für Arbeitnehmer bis 2014 um voraussichtlich zwei Prozent pro Jahr, der Schätzung zufolge legen die "Unternehmens- und Vermögenseinkommen" in diesem Zeitraum dagegen jährlich um 4,5 Prozent zu.



15. Juli 2010

DIE LINKE im Kreistag stimmt für Optionskommune

Am 14. Juli stimmten die Abgeordneten im Kreistag Rhein-Kreis Neuss mit der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit für die Optionskommune. Damit schafft der Kreistag die Voraussetzung, dass die Betreuung und Vermittlung der rund 30.000 Menschen im Rhein-Kreis Neuss, die von Hartz IV leben, von der Verantwortung der ARGE in die Verantwortung des Kreises übergeht.

Vorausgegangen war eine mehrstündige Diskussion, in der sich anfangs drei Diskussionstränge abzeichneten: Die CDU und FDP präferierten den Verwaltungsvorschlag zur Einführung der Optionskommune ohne Zusatzbedingungen zu stellen, die SPD präferierte das Jobcenter als bessere Alternative, während Grüne und LINKE eindeutig zur Optionskommune tendierten, jedoch unter Voraussetzungen.

Den Kreistagsabgeordneten der Linken war besonders wichtig, dass über den Vorschlag der Verwaltung hinaus dem Kreistag eine politische Kontrollmöglichkeit im Rahmen der Option eingerichtet wird. Hierzu erklärte Gruppensprecher Hans-Wilhelm Grütjen: „Wir können der Optionskommune nur zustimmen, wenn ein Gremium eingerichtet wird, in dem die Fraktionen und die Gruppe der Linken vertreten sind“.

Im Rahmen einer einstündigen Sitzungsunterbrechung trafen sich Vertreter der Verwaltung, der Fraktionen und der Gruppe der Linken zur Herausarbeitung eines mehrheitsfähigen Konsenses.

Zwei wichtige Punkte dieses Konsenses sind die Einrichtung des geforderten Kontrollgremiums unter Einbezug der Fraktionen und der Gruppe der Linken und die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des Optionsantrages, ebenfalls unter Einbeziehung der Fraktionen und der Gruppe der Linken im Kreistag.



7. Juli 2010

LINKE im Kreistag gegebenenfalls für Optionskommune

Im Vorfeld der kommenden Kreistagssitzung, auf der eine Entscheidung zwischen „Jobcenter“ und „Optionskommune“ gefällt werden wird, hat sich die Gruppe DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss eingehend mit der Thematik auseinandergesetzt.

Die Kreistagsabgeordneten sowie die an der Beratung beteiligten Sachkundigen Bürger der Kreistagsgruppe sehen in dem „Jobcenter“ den Vorteil, dass hierdurch eine bundesweit einheitliche Arbeitsverwaltung gewährleistet wird, in der „Optionskommune“ sehen sie den Vorteil einer weitgehenden kommunalen Zuständigkeit.

Die Kreistagsgruppe sieht in beiden Alternativen das zentrale Problem, dass der Kreistag nicht eingebunden ist und damit in keiner der beiden Alternativen eine politische Kontrolle durch die Kreistagsmitglieder vorgesehen ist.

Auf der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses hat der Sachkundige Bürger der Kreistagsgruppe DIE LINKE, Oliver Reising, die Anregung eingebracht, einen Ausschuss zu installieren, der unter Mitwirkung von Kreistagsmitgliedern diese politische Kontrolle gewährleistet.

Unter der Voraussetzung, dass dieses Gremium installiert wird, werden sich die Kreistagsabgeordneten der Linken, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, für die Optionskommune entscheiden.



29. Juni 2010

LINKE im Kreistag für Reform der Gewerbesteuer

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen und unterstützen die Resolution der Präsidien des Städte- und Gemeindebundes und des Deutschen Städtetages zur Verbreiterung der Gewerbesteuer zur Sicherung der künftigen finanziellen Handlungsfähigkeit der Kommunen. Die Präsidien lehnen das von der Bundesregierung in die Gemeindefinanzkommission eingebrachte so genannte FDP-Modell zu Recht ab, da es das Problem der strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen nicht behebt und damit nicht den Anforderungen der Städte und Kommunen an eine Reform des Gemeindesteuersystems entspricht.

In den Jahren 2010 bis 2013 wird sich die zu erwartende Unterfinanzierung der Kommunen bei Beibehaltung der derzeitigen Gewerbesteuer auf jeweils circa 15 Milliarden Euro belaufen.

Die wichtigste kommunale Einnahmequelle ist die Gewerbesteuer, sie muss zur Wiederherstellung des kommunalen Handlungsspielraums zur Gemeindewirtschaftssteuer weiterentwickelt werden. Hierzu zählt die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer, also auch die Einbeziehung der Freien Berufe in der Kreis der Steuerpflichtigen. Durch diese Verbreiterung der Bemessungsgrundlage werden die Einnahmen der Kommunen gleichzeitig konjunkturunabhängiger.



17. Juni 2010

DIE LINKE im Kreistag gegen weiteren Sozialkahlschlag durch Bundesregierung

Mit wachsender Sorge sehen die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Hans-Wilhelm Grütjen und Harald Farle die sich abzeichnende Entwicklung der Ausgaben des Kreises und die sich daraus für die kreisabhängigen Kommunen ergebenden finanziellen Belastungen.

Dies betrifft zum einen die sich abzeichnenden zusätzlichen Belastungen des Kreishaushalts durch die Mehrausgaben im Bereich der Kosten für Unterkunft und Heizung für Hartz-IV-Empfänger. Nach derzeitiger Schätzung des allgemeinen Vertreters des Landrats werden diese Mehrausgaben im laufenden Jahr ein Loch von 2,2 Millionen in die Kreiskasse reißen. In der Konsequenz wird dies zu einem Rückgriff auf die Kreisrücklage und/oder einer Erhöhung der Kreisumlage und damit zu einer weiteren Belastung der finanziell klammen kreisangehörigen Kommunen führen.

Die Ursache für diese Situation sehen die Kreistagsabgeordneten der Linken einerseits in der Bundesgesetzgebung, durch die der Kreis verpflichtet ist, diese Kosten zu tragen und andererseits in der Tatsache, dass immer mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze durch nicht-sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze ersetzt werden. So ist dem ARGE-Report Rhein-Kreis Neuss zu entnehmen, dass von den im März 2010 insgesamt 1343 freien Stellen im Kreis 894 sozialversicherungspflichtig waren, der Rest, also rund ein Drittel der freien Stellen wird als geringfügige/versicherungsfreie Beschäftigung ausgewiesen. Damit ist im Kreis Neuss jede dritte angebotene Stelle ein prekärer Arbeitsplatz, der Arbeitnehmer damit potentiell auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.

Zum anderen betrifft dies die zu erwartenden zusätzlichen Belastungen der Kreiskasse und der kommunalen Finanzen durch die Kürzungspläne der Bundesregierung, die eine drastische Verringerung der Ausgaben im sozialen Bereich vorsehen. Auch der Rechtsanspruch behinderter Arbeitsloser auf eine Wiedereingliederung soll offenbar abgeschafft werden. Arbeitslose Menschen mit Behinderung hatten bislang einen Rechtsanspruch auf finanzielle Hilfe, um Schulabschlüsse oder Ausbildungen nachzuholen. Außerdem mussten Kosten für die Arbeit in Werkstätten oder auch Verpflegung und Unterkunft bei der Unterbringung in behindertengerechten, berufsausbildenden Einrichtungen gezahlt werden. Überdies gab es einen Eingliederungszuschuss von bis zu 70% des Arbeitsentgelts als Hilfe zur Eingliederung in das Arbeitsleben. All das soll in den „Ermessensspielraum“ der Jobvermittler fallen. Der aber wird durch Kostensenkungsvorgaben der Arbeitsverwaltung eingeschränkt. Allein im RKN sind von dieser Regelung über 800 Schwerbehinderte aus dem Bereich SBGII/SBGIII betroffen.

Außerdem müssen die massiven negativen Folgen der Kürzungen von anderen Stellen aufgefangen werden. Das heißt nichts anderes als eine erneute Verlagerung von Kosten auf Landschaftsverbände, Kreise und Kommunen.



7. Juni 2010

ARGE: Noch Beratungsbedarf

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen die Verschiebung der kommenden Kreistagssitzung und die damit verbundene Möglichkeit für die Kreistagsabgeordneten, sich im Vorfeld der Entscheidung zwischen Jobcenter/Option intensiv zu beraten.

Im Zuge ihrer bisherigen Beratungen des seitens der Kreisverwaltung vorgelegten umfangreichen und detaillierten Arbeitspapiers zur Entscheidung zwischen Jobcenter und Optionskommune ist die Kreistagsgruppe DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss bislang zu keiner endgültigen Entscheidung gelangt. Beide Optionen bergen jeweils Vorteile aber auch Risiken.

Die Kreistagsabgeordneten der Linken werden die beiden Optionen im Vorfeld der Kreistagssitzung zur Beratung in die erweiterte Kreistagsgruppe einbringen.


18. Mai 2010

Kreistagsgruppe DIE LINKE gegen Bürgerarbeit

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen lehnen das Konzept der Bürgerarbeit ab. Bürgerarbeit hört sich zunächst positiv an, nach freiwilligem Engagement, sinnstiftender Tätigkeit und einem Ausweg aus dem Hartz IV-System. In Wirklichkeit ist die Bürgerarbeit aber eine Mogelpackung, die am Bedürfnis der Menschen nach sinnvoller Tätigkeit anknüpft, die Menschen aber weiterhin in Hartz IV belässt und die Aufnahme einer Tätigkeit erzwingen kann.

DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss unterstützt das Positionspapier des Arbeitskreises Arbeit und Soziales der Linksfraktion im Bundestag, das Bürgerarbeit ablehnt, weil

– Die Bezahlung der öffentlich geförderten Jobs im Rahmen der Bürgerarbeit ist viel zugering. Zusammen mit dem ohnehin vorhandenen Ausbau des Niedriglohnbereichs in Deutschland führt sie letztlich zu einer staatlich subventionierten Verfestigung und Ausweitung niedrig entlohnter Beschäftigung – mit den zu erwartenden negativen Folgen für die Betroffenen (Armut trotz Arbeit) wie auch für die Binnennachfrage.

– Das Förderkonzept sieht vor, dass die Betroffenen in dem Regime von Hartz IV verbleiben. Es gibt keinen Sinn, subventionierte Arbeitsprogramme aufzulegen, die eine Ablösung aus Hartz IV nicht vorsehen, sondern lediglich „Aufstocker“ generieren.

– keine Freiwilligkeit der Teilnahme besteht, somit ein Arbeitszwang, ein Zwang zur Bürgerarbeit, eingeführt wird, als Bedingung, die staatliche Hilfeleistung des Arbeitslosengeldes II in Anspruch nehmen zu dürfen.

– Es besteht die Gefahr, dass reguläre Arbeitsplätze durch die Bürgerarbeit verdrängt werden und die Beschäftigung im öffentlichen Dienst auf kommunaler Ebene weiter erodiert. Die Einrichtung von Beiräten oder ähnlichen Einrichtungen ist nicht vorgesehen.

DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss unterstützt die in dem Positionspapier des Arbeitskreises Arbeit und Soziales der Linksfraktion im Bundestag aufgestellten Forderungen nach,einer repressionsfreien, armutsfesten Mindestsicherung. Das Netz der sozialen Sicherung darf nicht an Bedingungen geknüpft werden, die die betroffenen Menschen zum Spielball arbeitsmarktpolitischer Experimente machen, die in erster Linie zur Schönung der Statistik dienen.

Das Modell Bürgerarbeit bedient die Legende vom faulen Arbeitslosen, der auch etwas für sein Geld tun sollte und spaltet die Gesellschaft.

Notwendig und überfällig ist eine aktive Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik. Mit einem Zukunftsprogramm will DIE LINKE. 2 Millionen reguläre, gute Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst schaffen. Daneben sind für bestimmte Gruppen von Langzeitarbeitslosen, die aufgrund vermittlungshemmender Merkmale unter den derzeitigen Bedingungen keine Chance auf dem regulären Arbeitsmarkt haben, öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen, die auf dem Prinzip der Freiwilligkeit aufbauen, sinnstiftend sind, keine regulären Arbeitsplätze verdrängen. Die Entgelte orientieren sich am Tarif; die Untergrenze bildet ein gesetzlicher Mindestlohn. Diese zentralen Merkmale guter öffentlich geförderter Beschäftigung finden wir im Modell Bürgerarbeit nicht wieder.


17. Mai 2010

Kreistagsgruppe DIE LINKE für Bettensteuer

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen die durch den durch den Rat der Stadt Köln initiierte „Kulturförderabgabe“, im allgemeinen Spachgebrauch auch Bettensteuer genannt.

Hintergrund dieses Beschlusses des Kölner Stadtrates ist die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie von 19 auf 7 Prozent und damit die Verringerung des Mehrwertsteueraufkommens durch die CDU/FDP-geführte Bundesregierung, in deren Folge auch die Kommunen Steuerausfälle zu verkraften haben, da sie anteilsmäßig an dem Mehrwertsteueraufkommen beteiligt sind.

Den „Wirtschaftsnachrichten der IHK Mittlerer Niederrhein“ ist zu entnehmen, dass zwischenzeitlich viele weitere Kommunen offen die Überlegung anstellen, durch die Einführung einer Bettensteuer die Steuerausfälle durch die Mehrwertsteuerabsenkung zu kompensieren.

Da die Bettensteuer eine kommunale Steuer ist und nicht durch den Kreistag, sondern nur durch die Gemeinde- und Stadträte beschlossen werden kann, hat sich die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss an die Mandatsträger der Linken in den kreisangehörigen Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss gewandt, mit der Bitte, diese Überlegung auch in den Räte einzubringen.

Dazu Hans-Wlihelm Grütjen: „Die Städte und Gemeinden stehen mit dem Rücken zur Wand. Es kann nicht sein, dass in dieser Situation eine kleine Partei Klientelpolitik zu Gunsten eines Gewerbezweiges macht und die klammen kommunalen Haushalte mit diesem Steuergeschenk zu Gunsten der Holellerie belastet werden. Eine Kompensation ist nur gerecht und notwendig.“


29. April 2010

LINKE im Kreistag für Gesamtschule

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen die Forderung des Stadtelternrats der Stadt Neuss nach Einrichtung einer weiteren Gesamtschule in der Stadt Neuss und ihre Bereitschaft, dieser Forderung mit einem Einwohnerantrag und/oder einem Bürgerbegehren Nachdruck zu verleihen. Da auch in anderen Städten im Kreisgebiet mehr SchülerInnen für Ganztagsschulen angemeldet wurden, als aufgenommen werden konnten, wird sich die Linke im Kreistag mit den RatsvertrerInnen der Linken in diesen Städten mit Nachdruck für den Bau weiterer Gesamtschulen einsetzen.


28. April 2010

Kreistagsgruppe DIE LINKE bei Attac

Auf Einladung der Neusser Ortsgruppe von Attac besuchte die Kreistagsgruppe der Linken eine Ausstellung von Attac zum Thema „Steueroasen und Offshore-Zentren in Europa“ in den Neusser Büchelarkaden.

Durch die Ausstellung führte Lutz Hering, Vorsitzender der Neusser Ortsgruppe von Attac. Einleitend nahm er eine Begriffsabgrenzung vor: Offshore-Zentren verwalten außerhalb des Herkunftslandes (dort oft unversteuertes) bei ihnen angelegtes Privatvermögen, Steueroasen verhelfen zu Steuerflucht aus dem Herkunftsland und/oder zu Steuervermeidung im Herkunftsland. In allen Fällen entzieht sich das Kapital der regelmäßigen Besteuerung im Herkunftsland. Und unsere heimischen deutschen Banken helfen dabei aktiv mit.

Als erstes Beispiel stellte Lutz Hering die Schweiz vor, in der ein Drittel des weltweiten Offshore-Privatvermögens verwaltet wird. In der Schweiz liegen schätzungsweise bis zu 2,8 Billionen Euro Offshore-Privatvermögen aus Drittländern, die in diesen größtenteils nicht versteuert wurden, schätzungsweise bis zu 500 Milliarden davon kommen aus der Bundesrepublik Deutschland.

Bei den Investmentfonds ist Luxemburg mit 25 Prozent Weltmarktanteil der weltweit zweitgrößte Markt hinter den USA. Von den 143 in dem Fürstentum registrierten Banken aus 23 Ländern kommen allein 43 Banken aus Deutschland. Über 3300 Investmentfonds mit Anlagen von zwei Billionen Euro sind in Luxemburg registriert, jeder fünfte Euro, also rund 400 Milliarden Euro, kommen aus der Bundesrepublik Deutschland.

Auf Konten in der Steueroase Österreich liegen rund 20 Milliarden Euro aus der Bundesrepublik Deutschland. Finanzexperten schätzen, dass seit dieser Erhebung im Jahre 2005 bis zu 70 Milliarden zusätzlich aus der Bundesrepublik nach Österreich geschafft wurden.

Dass allein in diesen drei beispielhaft angeführten Ländern aus der Bundesrepublik rund 1000 Milliarden Euro liegen, lässt die Vermutung zu, dass in anderen europäischen Steueroasen/Offshore-Zentren wie zum Beispiel Großbritannien, Irland, Britische Jungferninseln, Kanalinseln und Isle of Man ein weiterer nennenswerter Betrag aus der Bundesrepublik der Steuer entzogen wurde und wird.

Abschließend wies Lutz Hering auf den aktuellen Trend der Steuergesetzgebung hin, der Deutschland für einen kleinen Teil der Bevölkerung zu einem Niedrigsteuerland und damit zu einer Steueroase zu Lasten der breiten Bevölkerungsmehrheit macht: Zwischen 1998 und 2004 wurde die Einkommenssteuer im unteren Bereich um 5 Prozent gesenkt, im oberen Bereich jedoch um 11 Prozent. Insgesamt sanken die Steuereinnahmen des Staates dadurch in diesem Bereich um jährlich 44 Milliarden Euro. Bei der Körperschaftssteuer wurde der Steuersatz für Kapitalgesellschaften um 15 Prozent gesenkt. Die Gesamtentlastung für Unternehmen beträgt in diesem Bereich jährlich 14 Milliarden Euro.

Zur Kompensation der nun fehlenden Steuereinnahmen wurde die Mehrwertsteuer im Jahr 2007 von 16 auf 19 Prozent angehoben. Das traf die Menschen mit geringerem Einkommen überproportional, denn Menschen mit geringem Einkommen müssen für den täglichen Konsum einen größeren Teil ihres Einkommens ausgeben als Menschen mit hohem Einkommen.

Trotz dieser vor allem zu Lasten der kleinen und mittleren Einkommen gehenden Mehrwertsteuererhöhung bleiben dem Staat aufgrund der Steuerentlastung der hohen Einkommen und der Unternehmen unter dem Strich jährlich 20 Milliarden weniger in der Kasse. Die Staatsschulden steigen.

Lutz Hering abschließend: In Folge dieser Entwicklung geht die Vermögensverteilung in Deutschland immer weiter auseinander, wenige werden immer reicher, immer mehr Menschen werden ärmer. Deutschland ist für die obersten Einkommensschichten und die großen Unternehmen zu einem Niedrigsteuerland geworden – zu Lasten insbesondere des Mittelstandes. Vor allem Letzterer zahlt die Zeche – und unsere Kinder. Der Wähler möge bei der bevorstehenden Landtagswahl bitte genau aufpassen: Nicht jeder, der von Steuererleichterungen redet, meint damit Steuererleichterungen für alle!

Links im oberen Bild Lutz Hering, dazu Gisela und Christof Stark und Gundula Köhler von der Attac-OG Neuss. Dritter von links: Hans Wilhelm Grütjen, fünfte von links Reina Hausmann, daneben Oliver Reising und Harald Farle von der Kreistagsgruppe DIE LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss - im unteren Bild rechts Manfred Idler (DKP) von der Kreistagsgruppe DIE LINKE




11. April 2010

Linke im Kreistag für Ringerhalle in Dormagen

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen vom Grundsatz die Überlegungen, den Bau der Ringerhalle in der Stadt Dormagen mit 60.000 Euro durch den Rhein-Kreis Neuss zu unterstützen.

Dass sich der Rat der Stadt Dormagen mehrheitlich gegen die Bereitstellung von 60.000 Euro aus dem städtischen Haushalt ausgesprochen hat, kann und darf die Kreisebene nicht davon abhalten, die Sportinfrastruktur im Rhein-Kreis Neuss weiter auszubauen und so den Breiten- und Leistungssport im Kreisgebiet weiter zu fördern.

In einer Situation, in der eine Kommune sich gegen einen Zuschuss ausspricht, ist die Kreisebene in der Pflicht, zu prüfen, inwieweit ein Projekt (auch) kreisweite und überregionale Bedeutung hat. Die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss sieht diese Bedeutung für die Ringerhalle in Dormagen als gegeben, da dies als Voraussetzung für die Ansiedlung eines Leistungszentrums in Dormagen gesehen werden kann und damit eine über die städtische Region Dormagen hinausgehende überregionale Bedeutung hat.

Zu bedenken ist auch, dass die auf 600.000 Euro veranschlagten Baukosten zu 80 Prozent durch das Land bezuschusst werden , der Sportverein AC Ückerath sich mit 60.000 Euro an den Kosten beteiligt und auf den Kreishaushalt damit nur10 Prozent der Baukosten für eine Ringerhalle zukommen, ohne deren Bau die Ansiedlung eines modernen und chanchenreichen Leistungssportzentrums in Dormagen im Frage gestellt wäre.



Freiheit statt Kapitalismus

Sahra Wagenknecht

[Harald Farle]

In der von über 100 Interessentinnen und Interessenten besuchten Veranstaltung im Roten Saal des Neusser Zeughauses verdeutlichte Sahra Wagenknecht die in den vergangenen Jahren kontinuierlich durch die im Bundestag etablierten Parteien vorangetriebene Einkommensumverteilung von unten nach oben - kontinuierlich sinkenden Realeinkommen von Arbeitnehmern und Rentnern standen in den vergangenen Jahren jährlich im 2-stelligen Prozentbereich wachsende Einkünfte aus Kapitalvermögen gegenüber.

Die Grundkonzeption der Wirtschaftspolitik von SPD, CDU/CSU, FDP und Grünen ist eine Ausrichtung an neoliberalen Grundsätzen, die ausschliesslich an den Interessen / Profiten der Kapitaleigner ausgerichtet ist und die Arbeitnehmer als blosse Kostenstelle betrachtet, für die die Aufwendungen im Sinne der Gewinnmaximierung (Share-Holder Value) minimiert werden müssen.

In diesen Kontext passt auch die Umgestaltung des Sozialstaates durch die etablierten Parteien zu einem duch Privatversicherungen gestalten Systems - in dem die Kapitaleigner zugunsten ihrer Profitquote immer weniger in die Pflicht genommen werden, wärend die Arbeitnehmer sich immer stärker an den Kosten beteiligen müssen. Dass die Privatisierungen öffentlicher Leistungen nur Nachteile hat, zeigt sich eindeutig am Beispiel des Gesundheitswesens.

Als besonders menschenverachtend - so Sahra Wagenknecht - ist die Einführung der 1-Euro-Jobs zu werten. Hier werden Menschen, die dem Arbeitsleben gedrängt wurden - staatlich gezwungen, Arbeiten zu einem Hungerlohn zu verrichten. Hungerlöhne: 5 Millionen Arbeitnehmer - so Sahra Wagenknecht - sind in der BRD zu Löhnen unter 7.50 EUR beschäftigt. Sie fordert einen Mindestlohn von 10,00EUR und verweist darauf, dass diese Forderung der Linken im Bundestag von den etablierten Parteien im Bundestag abgewiesen wurde.

Ein weiterer zentraler Punkt: HARZ IV: Die Aussage ist eindeutig: Abschaffung von HARZ IV: Es darf nicht sein, dass immer mehr Personen, die für das Kapital als nicht mehr verwertbar gelten, mit ihren Familien in staatlich verordnete Armut gestürzt werden während gleichzeitig die Steuern auf Profite und Kapitaleinkommen durch die etablierten Parteien im Bundestag massiv gesenkt werden.

In dieses Bild der etablierten Parteien passt auch, dass sie 480 Mrd. EUR in Banken gepumpt haben, deren Manager den finanziellen Spekulazionsgau verursacht haben (die sich heute schon wieder Gratifikationen für gute Arbeit gewähren) Bund jedem HARZ-IV-Empfänger abverlangen, sich vor dem Staat blosszustellen. (Das ist entwürdigend und Reduzierung des Menschen auf seine kapitalistische Verwertungsmasse - Harald Farle).

Sahra Wagenknecht: Wir brauchen eine "Millionärssteuer": bei 5 Prozent für jedes Vermögen über 1 MIO. EUR brächte das 80 Mrd. EUR. Das wäre ein Investitionsprogramm, mit dem ca. 2 Mio. Arbeitsplätze geschaffen werden könnten: 1 Mio. im öffentlichen Dienst, 1 Mio. im privaten Sektor - und hätte mehr Sinn, als über das derzeitige Konjunkturpaket für Millionen EUR an Schulen und Krankenhäusern die Wände neu anzumalen. Sahra Wagenknecht: Wir brauchen mehr Personal in Schulen, Krankenhäusern, Kindergärten, Pflegeheimen.

Zum Ende ihrer Ausführungen forderte Sahra Wagenknecht dazu auf, sich ausserparlamentarisch zu organisieren - Verweis auf Frankreich / Belgien und gab zu bedenken, dass - unabhängig welche der etablierten Parteien eine Koalition eingeht, der Wahlerfolg der Partei DIE LINKE der einzige Garant dafür ist, dass sich die im Bundestag etablierten Parteien nicht noch weiter durch die Seite der Kapitaleigner zu Lasten der Bevölkerung instrumentalisieren lassen.



22. Februar 2010

DIE LINKE für eine Alternativroute der L361n

Hans-Wilhelm Grütjen

[Harald Farle]

Auf der Sitzung des Straßenbau- und Verkehrsausschusses gab die Kreisverwaltung einen Überblick über die Großraum- und Schwertransportrouten im Kreisgebiet. Als entsprechende Route ausgewiesen wurde hier auch die L361n, in der derzeit zwischen Kapellen und Wevelinghoven noch eine 3,5 Kilometer lange Lücke klafft. Geht es nach dem Willen der Planer, soll diese Lücke durch eine Trasse geschlossen werden, die durch die durch das Naherholungsgebiet Erftaue führt.

Die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss sieht bei Realisierung dieser geplanten Trasse, die den Planern zufolge als Umgehungsstraße den innerörtlichen Verkehr entlasten soll, gravierende negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt:

So ist auf Basis der Verkehrszahlen der Gutachten zu bezweifeln, daß die Trasse eine innerörtliche Verkehrsentlastung bewirkt, da über 70 Prozent des Verkehrs innerörtlicher Verkehr ist. Darüber hinaus ist zu erwarten, daß diese Ortsumgehung durch die Erftaue LKW-Verkehr von der mautpflichtigen Autobahn anzieht und überregionaler LKW-Verkehr (Köln – Mönchengladbach) über diese Trasse abgewickelt wird. Beides zu Lasten der Wevelinghover und Kapellener Einwohner.

Unter ökologischem Gesichtspunkt hat die geplante Trasse ebenfalls nur negative Auswirkungen. Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis: „Aus ökologischer Sicht erlangt die Erftaue zwischen Wevelinghoven und Kapellen, aufgrund ihres hohen ökologischen Potentials und ihrer wichtigen Vernetzungsfunktion, überregionale Bedeutung. Sowohl in Bezug auf seine Lebensräume als auch in Bezug auf seine Flora und Fauna kommt diesem Gebiet eine besondere Schutz- und Entwicklungsfunktion zu. Daher ist in diesem Bereich der Erftaue keine naturverträgliche Trassenführung einer Straße möglich.

Hans Wilhelm Grütjen: "Die LINKE im Kreistag Rhein-Kreis Neuss unterstützt die Kritiker der geplanten Trassenführung und spricht sich für deren Alternativvorschlag der Westumgehung entlang der Autobahn aus."


 

10. Februar 2010

Abschaffung der Jagdsteuer das falsche Signal

[Harald Farle]

Unter dem Tagesordnungspunkt „Änderung der Jagdsteuersatzung zum 01. Januar 2010“ gab die Kreisverwaltung dem Kreistag folgenden Sachverhalt zu Kenntnis: „Durch das Gesetz zur Abschaffung der Jagdsteuer vom 30. Juni 2009 wird das Kommunalabgabengesetz geändert. Danach muß die Jagdsteuer ab dem 1. Januar 2010 stufenweise abgesenkt werden. Die Höhe der Stufen ist dabei vorgeschrieben. Ab dem 1. Januar 2013 darf keine Jagdsteuer mehr erhoben werden. Diese gesetzliche Regelung muß durch eine Änderung der Jagdsteuersatzung ortsrechtlich umgesetzt werden.“

Zwar zählt die Jagdsteuer zu den Bagatellsteuern und macht im Haushaltsjahr 2010 mit 80.000 € Einnahmen bei geplanten Gesamteinnahmen von ca. 359 Millionen € (Umlagen, Zuwendungen, Leistungsentgelte Dritter) nur 0,22 Prozent aus, mit ihr wird jedoch die einzige dem Kreis zustehende Steuer abgeschafft. Gleichzeitig ziehen sich Bund und Land immer mehr aus der Mitfinanzierung der dem Kreis auferlegten Pflichtausgaben zurück.

Die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss sieht hierin das falsche Signal zur falschen Zeit: Die Kreisebene wird gezwungen, einen immer größeren Teil der ihr von Bund und Land auferlegten Pllichtaufgaben zu finanzieren, mit der Konsequenz, im Rahmen der Erhöhung der Kreisumlage tiefer in die klammen Haushalte der kreisangehörigen Kommunen greifen zu müssen. Für die Kommunen im Rhein-Kreis Neuss bedeutet dies für das Jahr 2010 voraussichtlich eine Gesamtbelastung ihrer Haushalte in Höhe von rund 221 Millionen € für die Kreisumlage. Anders formuliert: die durch die kreisangehörigen Kommunen aufzubringende Kreisumlage macht ca. 62 Prozent der Gesamteinnahmen des Kreises aus.

Dazu Hans-Wilhelm Grütjen, Sprecher der Linken im Kreistag Rhein-Kreis Neuss: „ Dieser Zustand ist weder für die Kreisebene noch für die kreisangehörigen Kommunen tragbar. Die Kreise brauchen – auch im Sinne der Entlastung der Haushalte der kreisangehörigen Kommunen - künftig eine stetige eigene Finanzausstattung. Die Gemeindefinanzreform muß unverzüglich angepackt werden.“

 


2. Februar 2010

Linke für Entlastung der Kommunen durch den Kreis

[Harald Farle]

Die Abgeordneten der Linken im Kreistag Rhein Kreis Neuss, Harald Farle und Hans-Wilhelm Grütjen, begrüßen vom Grundsatz den zwischen Landrat Hans Jürgen Petrauschke und den Bürgermeistern der kreisangehörigen Städte und Gemeinden gefundenen Kompromiß, dem Kreistag vorzuschlagen, die ursprünglich vorgesehene Erhöhung der Kreisumlage für das Haushaltsjahr 2010 von 1,97 Prozentpunkten auf 0,98 Prozentpunkte zu halbieren.

Hintergrund des Kompromisses ist die desolate Haushaltslage der kreisangehörigen Kommunen. So droht zum Beispiel der Stadt Neuss, in der rund ein Drittel der Kreisbevölkerung lebt, in diesem Jahr ein Haushaltsdefizit von 37 Millionen Euro und das Abschmelzen der Ausgleichsrücklage im Jahr 2011 auf null Euro. Korschenbroich droht ein Defizit von 12 Millionen Euro, die Haushaltsrücklage ist aufgelöst, die Stadt muß auf die allgemeine Rücklage zurückgreifen. Die Beispiele ließen sich fortsetzen.

Dazu Hans-Wlihelm Grütjen: „Die Städte und Gemeinden stehen mit dem Rücken zur Wand. In dieser Situation ist es notwendig, daß der Kreis den kreisangehörigen Kommunen zur Seite steht. Zwar bedeutet die Halbierung der ursprünglich vorgesehenen Kreisumlage für den Kreishaushalt eine Mehrbelastung von 5 Millionen Euro, aber die Alternative wäre, daß die Haushalte der kreisangehörigen Städte und Gemeinden völlig aus dem Ruder laufen.“

Die Linke im Kreistag sieht aber auch, daß dieser Griff in die Kreisrücklage kein Dauerzustand für die Aufstellung der Haushalte künftiger Jahre werden kann. Harald Farle verweist darauf, daß die Landesregierung NRW die Städte und Kommunen durch Kürzungen oder Auferlegung zusätzlicher Aufgaben seit 2005 mit 3,1,Milliarden Euro belastet hat und den Städten und Kommunen in Zukunft krisenbedingte Steuerausfälle sowie Steuerausfälle in Folge der durch die Bundesregierung geplanten Steuersenkungen drohen.

Vor diesem Hintergrund ist für die Linke im Kreistag Rhein-Kreis Neuss eine vollständige Überarbeitung der Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen unerläßlich. Die Kommunen müssen über einen gerechten Finanzausgleich künftig in die Lage versetzt werden, daß sie so viele Einnahmen haben, daß sie die ihnen zugewiesenen Pflichtaufgaben erfüllen können.