Autor Heiner Bäther, Vorsitzender DIE LINKE Meerbusch
Offizielles Ziel und tatsächliche Situation
Die Planung der K9n als Verlängerung der K9 von Strümp zum Autobahnanschluss in Bovert ist soweit gediehen, dass nach Vorliegen der letzten Gutachten der Stadtrat den Baubeschluss im Spätsommer 2011 fassen könnte. Das offizielle Ziel ist es, den Verkehr im Stadtgebiet gleichmäßiger zu verteilen und das neue Gewerbegebiet „Am Buschend“ verkehrstechnisch zu erschließen.
Durch die K9n sollen Verkehrsströme auf der L154 von Strümp nach Osterath und von Strümp über Haus Meer nach Bovert, verringert werden.
Aber ist der Verkehrsaufkommen zwischen Strümp und Osterath/Bovert wirklich so hoch, dass eine Entlastung notwendig wäre?
Tatsächlich ist der Verkehr zurzeit über die L154 zwischen Osterath und Strümp nicht so stark, dass eine zusätzliche Verbindung notwendig wäre. Die gilt noch mehr für den rechtsabbiegenden Verkehr am Haus Meer von der Moerserstaße nach Osterath/Bovert.
Es ist damit zu rechnen, dass nach Ausbau des neuen Gewerbegebiets einige Hundert LKW pro Tag ins neue Gewerbegebiet fahren, das Gebiet könnte jedoch durch andere bürgerfreundliche Möglichkeiten erschlossen werden, wie eine abgespeckte Straßenanbindung zur vorhandenen K9 oder zur L154 (Osterather Straße).
Der Bau der K9n, ist so wie geplant, nicht erforderlich.
Wenn der Bau der K9n von der Stadt so vorangetrieben wird, muss es andere Gründe geben, als diese offiziell genannt werden.
Interessen der Stadt
Der Stadt Meerbusch gehören die zurzeit noch landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen der U74 (K-Bahn) und der geplanten Kreisstraße K9n, sie muss daher Interesse haben dieses Gelände als zukünftiges Bauland zu erschließen. Die Erschließung würde teilweise die neue K9n erfüllen Ein Indiz für die weitere Erschließung ist, dass der Bauplan einen Kreisverkehr südlich des Gewerbegebietes vorsieht, welche eine Straßenanbindung in Richtung Südosten zeigt, also genau in Richtung eines neu zu erschließenden Baulandes. Dass mit dem Bau der neuen K9n neue Baugrundstücke erschlossen werden sollen, ist auch daran zu erkennen, dass im Zuge des Baus dieser Straße ein Teilstück des neu anzuschließenden Ivangswegs verbreitert werden soll und neue Baugrundstücke am Ivangsweg im Bauplan bereits ausgewiesen sind.
Die vorhandene K9 verläuft nach den offiziellen Stadtplänen über die Rheingemeinden (Ilverich,Langst-Kierst, Nierst) zum Ürdinger Hafen mit zugehörigen Gewerbegebieten. Auch wenn diese an der Stadtgrenze zu Krefeld noch für den Durchgangsverkehr gesperrt ist, ist davon auszugehen, dass diese irgendwann geöffnet wird, sonst wäre es ja keine Kreisstraße.
Es ist aber auch der Zusammenhang zu sehen mit dem in Osterath geplanten Hypermarkt, verniedlichend Frischemarkt genannt. Würde der geplante 4000 qm große Markt (zum Vergleich: der nahe Aldi-Markt hat eine Fläche von ca. 900 qm) tatsächlich gebaut, müsste dieser, um existieren zu können, aus dem weiten Umkreis, d.h. aus umliegenden Städten Besucher anziehen. Die zu erwartenden Verkehrsströme aus dem Norden und Osten könnten dann kaum noch von der L154 (Strümper-/Osterather Straße) aufgenommen werden. Die neue K9 wäre daher erforderlich um den Verkehr über die Meerbuscher Straße zum neuen Hypermarkt zu leiten.
Der Bau und die Unterhaltung der K9n wird vom Rheinkreis Neuss bezahlt. Sie ist also für die Stadt kostenlos.
Welche Probleme ergeben sich:
Seit Jahren kämpfen die Anwohner der Ürdinger Straße in Lank gegen den Verkehrslärm, der durch die Lkw entsteht, die diesen Weg als Schleichweg zum Ürdinger Hafen nutzen. Mit der neuen K9n ist zu befürchten, dass hierdurch erst Recht der Verkehr zum Ürdinger Hafen angezogen wird. Diesmal wären nicht nur die Bürger in Lank sondern auch in Strümp betroffen.
Da gute neue Straßen zusätzlichen Verkehr anziehen, bietet sich die K9n auch als Umgehung der Autobahnstrecke über das Meerbuscher Kreuz in Richtung Flughafenbrücke/Düsseldorf an, insbesondere dann, wenn starker Verkehr auf der A 57 in Richtung Meerbuscher Kreuz herrscht. Betroffen wären die Anwohner in Bovert und insbesondere die der Xantener Straße in Strümp
Die Meerbuscher Straße in Bovert würde, wenn der neue Hypermarkt in Osterath gebaut wird, nicht nur durch den von der K9n kommenden Verkehr sondern auch von dem aus der Autobahnausfahrt Bovert fließenden Besucherverkehr in nicht vorhersehbarem Maße belastet. Es wird von 2500 zusätzlichen Fahrzeugen pro Tag gesprochen. Tatsächlich dürften es jedoch mehr werden. Die Behinderungen durch die Rückstaus an der Eisenbahnschranke in Osterath würden zu zusätzlichen Verkehrsstörungen, mit allen hieraus resultierenden Konsequenzen, führen.
Ein Hypermarkt, der existenzbedrohend für die Einzelhändler im weiten Umkreis wäre ist nicht erforderlich.
DIE LINKE ist gegen den Bau derK9n
weil:
die K9n bei den derzeitigen Verkehrsströmen nicht erforderlich ist,
sie zusätzlichen Verkehr anzieht,
an der Xantener- und Ürdinger Straße in Lank und in Strümp, an der Meerbuscher Straße in Bovert an der K9 und in den Rheingemeinden die Belästigung der Anwohner durch den zusätzlichen Verkehr stark zunehmen würde,
Anlieger des Ivangswegs und des Mönkesweges (bisher reiner Anliegerverkehr) durch den Anschluss dieser Straßen an die K9n in größerem Maße durch den zu erwartenden zusätzlichen Durchgangsverkehr gestört würden und sich in bis 70% an den Kosten beteiligen müssten,
einzigartige Biotope zerstört würden,
Meerbusch, „die Stadt im Grünen“, noch mehr versiegelt würde.
Wie kann der Bau der K9n verhindert werden
Die Möglichkeiten der Einspruchnahme sind offiziell abgeschlossen. Die Mehrheit im Stadtrat ist für den Bau der Straße. Kein Verständnis haben die betroffenen Bürger, dass ausgerechnet DIE GRÜNEN mit der CDU und er SPD dieses Projekt befürwortet.
Dennoch wird immer noch die Einsicht des Stadtrates erwartet, denn fast alle Argumente sprechen gegen dieses Projekt.
Es werden sich jedoch die Bürger wehren, es wird auch ein Bürgerbegehren in Betracht gezogen, dieses wird DIE LINKE unterstützen.
Meerbusch, den 20.6.2011